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Hofgut Ramstein - Die Sage

Um die Stammutter des Geschlechts der Urselinger
Von Ursula Abigamunde gibt hier die Sage Kunde...

Foto des Ramsteinfelsen, von dem Ursula Abigamunde auf Ihrem Pferd sprang

Foto des Ramsteinfelsen der Sage

...Sie war von jenem Herzogsstamm der Urslinzer in der Schlichemklamm, die durch ihren Mut sich Ruhm erwarben und als Krieger für den Kaiser starben. — Kaiser Friedrich II. hat sie zum Herzoge erhoben, weil eine von Urslingen den Kaiser hat erzogen. — Auch in Ursula Abigamundas Blut steckte ihrer Ahnen starker Mut. — Kein Ritter weit und breit hat den Mut gehabt, daß er sich zu ihr herangewagt.

Im Alemannen- und im Schwabenland war sie als die Schönste wohl bekannt; daher stellte sich auch mancher Freier ein, doch sie ging nicht so leicht darauf ein. - Eines Tages hat sie nun alle Freier zu sich gebeten, ein jeder sollte von seinem Mute Zeugnis geben.

Da sind Ritter, Herzöge und Fürsten erschienen. und jeder wollte ihr heute am besten dienen. Unter der Burg, wo sie zusammen sich scharten, ließ Ursula sie alle getreulich warten. Dann stieg sie aufs Pferd, ritt zum Tor hinaus und suchte von oben sich ihre Freier aus. -

Wie eine Göttin sie vor dem Burgtor stand, angetan mit einem ganz schlichten Gewand, auf dem Haupte eine Kappe mit weißem Hermelin, mit strahlendem Gesicht, gleich einer Königin. - Wie ein Falke hat sie herabgeschaut, die so heiß ersehnte Braut. - Und wie ein Spielzeug kamen sich die Ritter vor, die hier warteten vor dem Tor. Und durch aller Köpfe ging ein Raten: Wer kann ihr gefallen durch seine Taten? Dann ritt sie majestätisch auf den Haufen zu und rief all den Reitern und Rittern zu: „Los! Aufs Pferd gesessen! Ihr müßt Euch meiner messen!

Um meine Gunst wohl soll es gehen heut, will sehen, ob Ihr einer Jungfrau würdig seid!" Im wilden Trab flog sie nun über Busch und Stein - und all die Reiter hintendrein. - Kaum war sie auf dem Ramstein oben angelangt, als auch schon ein strammer Ritter bei ihr stand. „Also doch einer!" ruft sie erstaunt ihm zu; sag Reiter! Wer bist denn Du?" - „Egelof aus dem Elsaß ist mein Nam!" - Inzwischen auch der Haufen kam. - „Los. Ihr Reiter! Zeiget Eure Kunst, wenn Ihr wollt empfangen meine Gunst!" -

Und weiter ging's in wildem Trab! Die Reiterschar flog bergauf, bergab! - Und nochmals an die hohe Felsenwand, wo Ursula Abigamunda in die Tiefe verschwand. - Auch Egelof, der Ritter fein, stürzte sich mutig hintendrein!

Aber einem jeden von der Reiterschar sträubten sich vor Grausen alle Haar! Vorn Ramstein haben sie herabgeschaut auf ihre dort abgestürzte Braut. - Dann ritten sie den Pfad hinunter, doch unten trafen sie beide, froh und munter. Beim Sturze haben sie aus dem Sattel sich geschwungen, und ohne Schaden ist der Absturz dann gelungen, denn zuvor ließ Ursula einen Reisighaufen dorthin schaffen, und so konnte es beiden keinen Schaden machen!

Große Mißgunst war nun den Herren beschert, hat jeder von ihnen doch die Braut begehrt. - Da rief Egelof zu den Reitern hin: „Ich steh zurück! Doch wer ist so kühn und schwimmt mit seinem Pferde an jene Stelle fort und landet oben auf der Steinplatte dort? - Ich stehe gern von meiner Braut zurück, wenn einem gelingt dies Reiterstück!-

Alle haben nun in der Schlichem ihr Glück versucht, doch keiner hat den Erfolg gebucht, denn furchtbar tief war das Wasser an jener Stelle, und so kam kein Pferd über die besagte Schwelle. Gar wütend ob diesem Mißgelingen, riefen die Ritter, er möge es doch selber vollbringen! Da saß Egelof auf sein Pferd und schwamm hinein zu jener Stelle am gefürchteten Stein. - An einem Baum, der dort übers Wasser hing, klammerte er sich fest, und seht. wie kühn, mit seinen Beinen zieht er sein Pferd empor, es stand auf der Platte, wie noch keines zuvor.

Auch Ursula Abigamunda. die ersehnte Braut, hat diesem lustigen Spiele zugeschaut. Dann rief sie höhnend zu den Rittern und Reiterlein: „Geht heim und seid mir nicht länger mehr zur Pein! Ihr alle seid nicht meiner würdig. nur Egelof ist mir ebenbürtig! —

Hier Egelof! Hier hast Du meine Hand! Du bist der tapferste Ritter im ganzen Land! Frohen Mutes zogen beide nun in die Burg hinein, davongemacht haben sich all die Ritter und Reiterlein.

Quelle: Auszug aus dem "Irslinger Geschichtsbuch"